Wie entsteht eine Beinvenenthrombose
Eine Beinvenenthrombose entsteht, wenn sich in einer tiefen Vene des Beins ein Blutgerinnsel bildet. Ein Blivk auf die Virchow-Trias erklärt, warum das passiert.
Tiefe Venenthrombose (TVT)
Eine Beinvenenthrombose - oft auch "tiefe Venenthrombose" (TVT) genannt - entsteht, wenn sich in einer tiefen Vene des Beins ein Blutgerinnsel bildet. Dieses Gerinnsel kann den Blutfluss behindern oder ganz blockieren. Um zu verstehen, warum das passiert, hilft ein Blick auf drei grundlegende Faktoren, die in der Medizin als VIRCHOW-TRIAS bezeichnet werden.
- Verlangsamter Blutfluss (Stase)
Blut fließt durch die Venen nur dann gut, wenn sich die Muskeln regelmäßig bewegen. Besonders die Wadenmuskeln wirken wie eine Pumpe, die das Blut nach oben Richtung Herz drückt.
Wenn man jedoch lange sitzt oder liegt, etwa bei langen Reisen, nach Operationen oder im Krankheitsfall, fließt das Blut deutlich langsamer. In diesen „Staubereichen" steigt das Risiko, dass sich Blutbestandteile verklumpen und ein Gerinnsel entsteht. - Veränderungen der Gefäßwand
Die Innenseite einer Vene ist normalerweise glatt. Wird sie jedoch beschädigt – etwa durch Entzündungen, Verletzungen, Operationen oder auch Infektionen – reagiert der Körper, indem er Abwehr- und Reparaturprozesse einleitet. Dabei kann die Gefäßwand „klebriger" für Blutplättchen werden, was die Bildung eines Gerinnsels begünstigt. - Erhöhte Gerinnungsneigung des Blutes
Manche Zustände führen dazu, dass das Blut schneller gerinnt als üblich.
Dazu gehören:
Hormonelle Einflüsse wie Schwangerschaft oder die Antibabypille
Rauchen
Tumorerkrankungen
Genetische Gerinnungsstörungen
Große Operationen oder schwere Verletzungen
Auch schwere akute Erkrankungen – beispielsweise Infektionen mit hohem Entzündungsniveau – können die Gerinnungsneigung erhöhen.
Wie entwickelt sich dann eine Thrombose?
Wenn einer oder mehrere dieser Faktoren zusammentreffen, können sich Blutplättchen und gerinnungsfördernde Stoffe an einem Punkt der Vene ansammeln. Dort bildet sich ein Pfropf aus Fibrin (einem Eiweiß) und Blutzellen.
Dieser Pfropf kann:
An der Venenwand haften und langsam größer werden
Den Blutfluss teilweise oder vollständig blockieren
Oder sich lösen und über den Blutstrom in die Lunge gelangen – dies kann zu einer Lungenembolie führen, einer ernsten Komplikation
Warum ist eine Beinvenenthrombose gefährlich?
Eine unbehandelte Thrombose kann:
Schmerzen, Schwellung und Überwärmung im betroffenen Bein verursachen
Zu langfristigen Schäden an den Venen führen (postthrombotisches Syndrom)
Oder – im schlimmsten Fall – eine lebensbedrohliche Lungenembolie auslösen
